Schloss Clemenswerth
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Im Band 33 ist erstmals die Zeit nach 1945 der inhaltliche Schwerpunkt. Drei Beiträge befassen sich mit der bislang wenig beachteten Zeit der britischen Besatzungsherrschaft. Helmut Lensing widmet sich den Protokollen der Grafschafter Kreistage und seiner Vorgänge. Dabei handelt es sich um ein Beratergremium des ernannten Landrats Dr. Rudolf Beckmann und den ernannten Kreistag. Dazu kommen die beiden gewählten Kreistage von 1946 und 1948. Lensing schildert, wie sich die Kreistage zusammensetzten und worüber sie diskutierten und abstimmten. So wird deutlich, wie die Demokratie im Bentheimer Land wieder einzog und mit welchen Problemen die Grafschafter zwischen Sommer 1945 und Frühjahr 1949, der Gründung der Bundesrepublik, zu kämpfen hatten. Im Anhang werden die gut 100 Kreistagsmitglieder biographisch vorgestellt, vom Widerstandskämpfer Hans Arends aus Neuenhaus bis zu Richard Zahn aus Nordhorn, im „Dritten Reich“ aktiv gegen die „Deutschen Christen“ und späterer Landrat und Landtagsabgeordneter. Deutlich wird hier, dass die Abgeordneten dieser Zeit ein überdurchschnittliches kirchliches Engagement aufwiesen und vielfach alteingesessenen Familien entstammten.
Der Harener Stadtarchivar und Osteuropa-Historiker Rüdiger Ritter wertete die Protokolle des polnischen Stadtrats von Maczków, wie Haren seinerzeit hieß, von 1946 bis 1948 aus. Er kommt zur Erkenntnis, dass die Exilpolen dort eine vorbildliche demokratische Gemeinde aufbauen wollten, schildert aber auch die Probleme, die diesem Begehren entgegenstanden.
Während der britischen Besatzungszeit fand eines der schlimmsten Hochwasser seit Menschengedenken statt. Anhand von Berichten aus Schulchroniken und mit vielen Fotos zeichnet Helmut Lensing das Ems-Hochwasser vom Februar 1946 nach, wie es sich vom südlichen Kreis Lingen bis nach Aschendorf vorarbeitete und Verwüstungen mit sich brachte.
Weiter geht es mit der Frühphase der Bundesrepublik. Thomas Brakmann, Leiter des Landesarchivs Osnabrück, beschäftigt sich mit „Behördenhandeln im Moor“. Dabei widmet er sich den verschiedenen Behörden, die sich im Rahmen des Emslandplans an der Erschließung der Emslands und der Grafschaft beteiligten.
Noch näher an die Gegenwart kommt ein ausführlicher Beitrag von Gerd Harpel zur Gemeindegebietsreform Anfang der 1970er-Jahre. Aus der Sicht eines Betroffenen schildert er, wie aus der Kreisstadt Aschendorf ein Stadtteil Papenburgs wurde. Insbesondere beschäftigt er sich mit dem Wirken des CDU-Landtagsabgeordneten Walter Remmer und seines Parteifreundes Oberkreisdirektor Dr. Hans Tiedeken sowie des ostfriesischen Bürgermeisters und Landtagsabgeordneten Horst Milde.
Die NS-Zeit, immer ein wichtiger Bestandteil der Themenpalette der „Blauen Reihe“, ist Hintergrund des Beitrags von Manfred Fickers. Er untersucht die Rolle des Bahnhofs Meppen als „Umschlagplatz“ für Gefangene und Zwangsarbeiter. Fickers kommt zu dem Schluss, dass im Zweiten Weltkrieg für die Meppener Bevölkerung der Anblick von ausgemergelten Gefangenen, die zu den Lagern der Niedergrafschaft und der benachbarten Emslandlager oder aus ihnen zu anderen Lagern verlegt wurden, alltäglich waren. Der Meppener Bahnhof war in der Region der „Hauptumschlagplatz“ für Gefangene und Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs, so die Erkenntnis des Meppener Historikers.
Leider beinhaltet der neue Band erneut einen Nachruf. Der engagierte Journalist und Umweltschützer Tobias Böckermann, Autor etlicher Beiträge in unserem Vereinsorgan, starb durch einen Verkehrsunfall. Christof Haverkamp und Manfred Fickers erinnern an ihn und sein Werk.
Die „neue“ Leiterin des Emslandmuseums Schloss Clemenswerth, Christiane Kuhlmann, verdeutlicht, was es bedeutet, eine historische Anlage als Museum zu haben.
Der Meppener Museumsleiter Burghardt Sonnenburg zeigt mit vielen zeitgenössischen Karten die Entwicklung der Festung Meppen auf, die jetzt auch touristisch genutzt wird.
Alois Pöttkers genealogische Studie über die Vorfahren von Brigitta von Langen aus Sögel, der Ahnherrin der bekannten emsländischen Familie Behnes, wird in diesem Band bis tief ins Mittelalter fortgesetzt.
In der Rubrik „Biographien zur Geschichte des Emslands und der Grafschaft Bentheim“ findet sich ein Lebenslauf von Ulrich Adolf. Er stellt den Meppener Propst Wilhelm Bödiker, Mitglied einer bekannten Honoratiorenfamilie und aus Haselünne stammend, vor, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts segensreich wirkte.
In der Rubrik „Natur und Umwelt“ finden Sie einen Beitrag des renommierten Naturfotografen Andreas Schüring. Mit beeindruckenden Fotos dokumentiert er bei den Turmfalken im Werlter Kirchturm eine Schachtelbrut und Schlupfhilfe, ein sicherlich in Fachkreisen Aufsehen erregender Beitrag. Weiterhin wird hier mit zahlreichen Fotos das Landkärtchen vorgestellt, ein unbekannter und sehr wandlungsfähiger Tagfalter.
Neben den 13 Beiträge enthält der Band noch sechs plattdeutsche Gedichte von Carl van der Linde und Karl Sauvagerd.
Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte (Hrsg.), Emsländische Geschichte 33
Meppen 2026, 612 Seiten, ISBN 978-3-9826952-2-8, 25,00 Euro (zuzüglich Versandkosten).
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Das Theaterpädagogische Zentrum Lingen (TPZ Lingen) ist eine Fachakademie für Theater, Spiel, Tanz, Zirkus und Medien in Trägerschaft der Emsländischen Landschaft e. V. Mehr als 50.000 Menschen besuchen es jedes Jahr.
Das TPZ Lingen ist das größte und älteste Theaterpädagogische Zentrum in Deutschland und hat seinen Sitz im historischen Professorenhaus im Zentrum Lingens. Herzstück ist ein urig-gemütlicher Theatersaal mit 130 Sitzplätzen und Bühne. Neben Übungsräumen, einer Werkstatt, einem Café und einem Erlebnishaus gehören zum TPZ auch ein Kostümfundus und eine Werkstattbühne.
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