Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte

Emsländische Geschichte 25

Schon der einleitende Beitrag von Helmut Lensing in der Rubrik „Natur und Umwelt“ über das Rebhuhn im Raum Emsland/Grafschaft Bentheim wartet mit beeindruckenden Fotos auf. Dies gilt ebenso für den Artikel von Thomas Niemeyer über das grenzüberschreitende Kunst- und Skulpturenprojekt „raumsichten“ im Bentheimer Land und in der niederländischen Provinz Overijssel.

Mit dem Themenkreis „Nationalsozialismus und seine Folgen“ beschäftigen sich drei umfangreiche Beiträge.

Paul Meyer schildert das bedrückende Kriegsende in den nördlichen Emslandlagern mit seinen vielen Opfern. Zusammen mit Marina Heller untersucht Heiner Wellenbrock, wie sich die Gemeinde Sögel der Tatsache stellt, dass hier eine sehr große jüdische Gemeinde lebte, die in der NS-Zeit fast komplett ausgelöscht wurde und zeigt auf, welche Erinnerungskultur sich hier inzwischen etabliert hat.

Wie geistig behinderte Frauen aus Südtirol während der NS-Zeit ins Emsland verschlagen wurden und wie sie unter der Obhut der Thuiner Schwestern die NS-Euthanasie-Aktion überlebten, untersucht Anton Wiechmann.

Ein wichtiger Beitrag für die politische Geschichte des westlichen Niedersachsens stellt die Studie von Helmut Lensing über die katholische Zentrumspartei in der Provinz Hannover während der Weimarer Republik dar, der dominierenden Partei im damaligen Regierungsbezirk Osnabrück. Der erste Teil seiner Untersuchung beschäftigt sich mit der Stellung und regionalen Verteilung der Katholiken in der Provinz, der katholischen Presse sowie dem Abschneiden der Partei bei den verschiedenen Wahlen in den unterschiedlichen Landesteilen.

Die jüngste Geschichte behandelt eine Examensarbeit von Anna Nieters über die Bevölkerungs-, Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt Haselünne. Für Genealogen ist die Untersuchung von Hans Jürgen Hilling über den Haselünner Goldschmied Hermann Ketteler und seinen Kindern eine Fundgrube. Weiterhin widmet sich ein Beitrag dem Bau des Dankelmann-Palais in Lingen. Drei umfangreiche Biographien über den Papenburger Ortsgründer und emsländischen Drosten Dietrich von Velen, über den Lingener Multi-Unternehmer und Bankrotteur Wilhelm Friedrich Jüngst sowie über dem MdL und Agrarfunktionär Hermann Lüken-Klaßen sowie plattdeutsche Gedichte von Carl van der Linde und Karl Sauvagerd komplettieren den komplett farbig gedruckten Band.

Haselünne 2018, 517 S., ISBN 978-3-9818393-5-7, 25,00 Euro


 

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