Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte

Emsländische Geschichte 22

Ein Schwerpunkt des Bandes ist die Erforschung der NS-Zeit in der Region. Der Osnabrücker Geschichtsprofessor Christoph A. Rass und Kathrin Hilgediek beschäftigen sich mit einem „Schreibtischtäter“. Der Leiter des Meppener Wasserbauamts und spätere Meppener Bürgermeister Wilhelm Sagemüller entwarf die Pläne für KZs im Emsland und forcierte deren Bau.

 

Gerrit Jan Beuker beschäftigt sich mit dem Leben und Wirken des reformierten Emlichheimer Pastors Erich Karl Stuntz zwischen Bekennender Kirche und einer eher staatsloyalen Strömung. Neue Forschungen zum Kriegsende 1945 im heftig umkämpften Raum Lingen liefert Ludwig Remling.

In der Rubrik „Natur und Umwelt“ stellt Tobias Böckermann das Kleine Knabenkraut, eine Orchideenart, vor. Andreas Schüring widmet sich – ebenfalls mit hervorragenden Farbfotos – dem Uhu in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim. Abgeschlossen wird die Rubrik mit einem Beitrag über den C-Falter, einer heimischen Schmetterlingsart.

Sebastian Kreyenschulte zeigt auf, dass eine Urkundenfälschung eine Neudatierung der Gründung von Emsbüren und Freren notwendig macht. Franz Josef Buchholz stellt die Geschichte der Fußwallfahrt von Meppen über die Hudener Hasebrücke und Haselünne nach Rulle vor. Der Vechtaer Geschichtsprofessor Eugen Kotte gibt einen Überblick des aktuellen Forschungsstands zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

In der Rubrik „Biographien zur Geschichte des Emslandes und der Grafschaft Bentheim“ werden drei ausführliche Lebensläufe präsentiert. Ulrich Adolf stellt die Haselünner Künstlerin und Professorin Elisabeth Keimer vor, Heinz Kleene informiert über den Meppener Bürgermeister Dr. Heinrich Lesker, den die Nationalsozialisten stürzten, und Gerrit Jan Beuker widmet sich dem altreformierten Laarer Pastor Jannes van Raalte, der als NS-Gegner viele Jahre im KZ einsaß.

Das Inhaltsverzeichnis ist einsehbar.

Haselünne 2015, 324 S., ISBN 978-3-9817166-6-5; 23,00 Euro


 

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