Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte

Emsländische Geschichte 21

Die Wandlung des Landschaftsbildes der Region Emsland/Grafschaft Bentheim in den letzten Jahrzehnten ist das Schwerpunktthema dieser Ausgabe. Karl-Josef Nick zeichnet in Wort und Bild das Aussehen der bäuerlichen Kulturlandschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eine ökologische Nische bot.

 

Mit dem Emslandplan und der nachfolgenden Flurbereinigung und nicht zuletzt infolge der massiven Änderung der landwirtschaftlichen Nutzung in den letzten beiden Jahrzehnten erfolgte massive Umgestaltung der Landschaft, die den Erfordernissen einer industriellen Landwirtschaft angepasst wurde.

Wie ein weiterer Beitrag von Helmut Lensing verdeutlicht, hatte diese Landschaftsveränderung zur Folge, dass die Region, zuvor eine deutschlandweite Hochburg des Birkwildes, seit dem Ende der 1980er Jahre keine dieser farbenprächtigen Hühnervögel mehr beherbergt.

In der Rubrik „Regionale Museumslandschaft“ stellt Oliver Fok das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth mit seinem neuen Konzept vor.

Drei Artikel beschäftigen sich mit den Weltkriegen. Matthias Gatzemeier analysiert die Darstellung des Ersten Weltkriegs in den Schulchroniken des vormaligen Kirchspiels Haselünne und Helmut Lensing untersucht, was regionale Schulchroniken über den deutschen Überfall auf die Niederlande und den vorherigen Truppenaufmarsch in der Region 1940 berichten. Was genau in der Region Emsland/Bentheim am Ende des Zweiten Weltkriegs geschah, ist einer Zeittafel von Manfred J. Fickers zu entnehmen.

Ausführliche Biographien sind hier zu lesen über die Dichterin und NS-Frauenschafts-Gauleiterin Christa Brinkers (Wietmarschen, Nenndorf, Meppen, Nordhorn), des Heimatforschers und Journalisten Hermann Abels (Heede, Paderborn), des Haselünner Bürgermeisters Felix Bödiker, des Lingener Ornithologen und Polarforschers Erwin Detmers, des Landwirts, Unternehmers und CDU-Politikers Heinrich Eckstein (Salzbergen) und des frühneuzeitlichen Bischofs Hermann Theoderich von Reden/Rheden (Meppen, Lübeck).

Die Auswirkung der Spanischen Grippe in Meppen am Ende des Ersten Weltkriegs ist Thema eines Aufsatzes von Gerhard Krupp. Zum Abschluss entschlüsselt Matthias Gatzemeier eine mittelalterliche lateinische Kircheninschrift, die Auskunft über den tragischen Tod eines Haselünner Pfarrers gibt.

Das Inhaltsverzeichnis ist einsehbar.

Haselünne 2014, 569 S., ISBN 978-3-9814040-8-0, 25,00 Euro


 

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