Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte

Emsländische Geschichte 16

Schwerpunkt dieses Bandes sind die fünf Beiträge zur regionalen Kirchengeschichte mit Schwerpunkt auf die Zeit der NS-Diktatur. Über die Lage der katholischen Gemeinden Lingen und Meppen während der NS-Zeit berichteten die dortigen Geistlichen nach Kriegsende dem Osnabrücker Bischof. Diese Quellen werden von Heinz Kleene (Meppen) und Helmut Lensing (Lingen) mit Einführung und Erläuterungen abgedruckt.

 Zwei weitere Beiträge von Helmut Lensing beschäftigen sich mit den reformierten Kirchen während der NS-Zeit.

Ein Aufsatz beleuchtet das Verhalten der reformierten und altreformierten Kirche der Grafschaft Bentheim im kirchenpolitisch so bedeutsamen Jahr 1933, ein weiterer schildert die Feier zum 100jährigen Jubiläum der „Abscheidung“ der altreformierten von der reformierten Kirche 1934 in Emlichheim. Hans-Jürgen Schmidt untersucht die Stellung der Grafschafter reformierten Kirche und in der Stadt Gronau im 16. und 17. Jahrhundert zwischen dem Fürstbistum Münster und den Niederlanden.

In der Rubrik „Natur um Umwelt“ – jeweils mit vielen Farbfotos illustriert – zeigt Tobias Böckermann auf, dass immer mehr Sing- und Zwergschwäne in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim überwintern. Weiterhin beschäftigt er sich mit den Bemühungen um die Wiederansiedlung von Störchen in der Region. Helmut Lensing schreibt über „Die Distelfalter-Invasion im Sommer 2009“.

Zur Erforschung der regionalen Parteienlandschaft trägt ein persönlicher Rückblick von Bernhard Fritze bei, nach dem Zweiten Weltkrieg Aktivist der katholischen Zentrumspartei im Kreis Lingen. Clemens Kirch stellt in einer umfangreichen Abhandlung die Umgestaltung des emsländischen Schulwesens von den zahlreichen kleinen Dorfschulen hin zu Schulzentren in den 1960er bis in den 1980er Jahren mit Schwerpunkt auf den Altkreis Lingen dar.

Als Resultate des Projekts „Biographien zur Geschichte des Emslandes und der Grafschaft Bentheim“ lesen Sie hier Lebensläufe des Grafschafter NSDAP-Kreisleiters Joseph Ständer (Gildehaus), des niedersächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Kurt Knüpfer (Neuenhaus), des Papenburger Bürgermeisters und späteren Berliner Großbankiers Emil Russell sowie des im KZ umgekommenen katholischen Priesters Heinrich Schniers (Wippingen, Nordhorn, Lingen, Leer).

Erich Gövert erforscht die Geschichte der Papiermühle in Wilsum, während Professor Alwin Hanschmidt sich der finanziellen Grundlage der Rentmeister in den münsterischen Ämtern Meppen, Cloppenburg und Vechta im 18. Jahrhundert widmet. Zur deutsch-niederländischen Geschichte findet sich ein Aufsatz von Horst Heinrich Bechtluft, der sich mit der unklaren Grenzziehung im Dreieck zwischen der Grafschaft Bentheim, der Provinz Drenthe sowie dem münsterischen Amt Meppen im „Twist“ von 1556 bis 1824 beschäftigt.

Christof Haverkamp lässt schließlich als Gründungsmitglied die Geschichte der Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte aus Anlass des 20jährigen Bestehens Revue passieren.

Das Inhaltsverzeichnis ist einsehbar.

Haselünne 2009, 540 S., ISBN 3-9808021-8-3, 24,00 Euro


 

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