Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte

Emsländische Geschichte 14

Ein Hauptbeitrag dieses Bandes ist das von Wilhelm Rülander mit Einleitung und Erklärungen versehene Kriegstagebuch des Haselünner Lehrers und Heimatforschers Ernst Simme über den Zweiten Weltkrieg in der Hasestadt. Mit der Weimarer Republik und der NS-Zeit beschäftigt sich ein Artikel von Helmut Lensing über das Wirken von Emanuel Graf von Galen(-Beversundern),

 dem Cousin der Münsteraner Bischofs Clemens August von Galen und Nachkriegslandrat des Kreises Lingen. Er untersucht dessen Wirken im bäuerlichen Vereinswesens und der Rechtsopposition im Emsland und seine öffentliche Tätigkeit in der NS-Zeit.

Über die Arbeit und die wirtschaftlichen Verhältnisse eines dörflichen Schuhmachers im 19. Jahrhundert gibt die Auswertung eines Anschreibebuches aus Wietmarschen im Beitrag von Clemens Honnigfort und Paul Germer Auskunft. Der „Jahrhundertwinter“ von 1929 und dessen Auswirkungen in der Grafschaft Bentheim ist Thema eines weiteren Artikels von Helmut Lensing.

Als Resultat des Projekts „Biographien zur Geschichte des Emslandes und der Grafschaft Bentheim“ finden sich hier die Lebensläufe von Dompropst Dr. Carl Berlage (Salzbergen), des Gutsbesitzers und Militärs Bernhard von Düthe zu Fresenburg, des Priesters Gerhard Hilling (Lingen), des Bauern und preußischen Landtagsabgeordneten Harm Hoppen (Osterwald), des niedersächsischen Landtagsabgeordneten und konservativen Widerstandskämpfers Friedrich Illies (Neuenhaus), des Raffineriegründers Dr. Wilhelm Lepenau (Salzbergen), des Lingener NSDAP-Kreisleiters Erich Plesse, des Pädagogen und Heimatforschers Ludwig Sager (Lage, Neuenhaus), des altreformierten Pastors Lambert Stroeven (Alte Piccardie, Wilsum, Uelsen, Emlichheim, Bunde), des reformierten Pastors und Geschichtsschreibers Wessel Friedrich Visch (Wilsum) sowie des Pädagogen und Politikers Heinrich Wellenbrock (Osnabrück/Sögel).

In der Rubrik „Emsländische Burgenfahrt“ behandelt Peter Scheer die Dorenburg bei Rhede. Ein Beitrag zur Bildungsgeschichte ist der Aufsatz von Professor Alwin Hanschmidt über die Studenten aus dem Niederstift Münster und den Grafschaften Bentheim und Lingen an der Universität Würzburg von 1606 bis 1829.

Unter der Rubrik „Natur und Umwelt“ fallen zwei Beiträge. Erich Gövert schildert den Wandel der Landschaft im Niedergrafschafter Dorf Wilsum und Tobias Böckermann zeigt die Entstehung und Erhaltung von Hudelandschaften am Beispiel des „Borkener Paradieses“ bei Meppen und des Haselünner Wacholderhains auf. Über die Hinrichtung der in der Region berühmten „Goose Sienken“, einer Kindsmörderin und Brandstifterin, legt Franz-Josef Böckermann neue Erkenntnisse dar. Abschließend informiert Peter Haertel über das Leben des Franziskaners und Mathematikers Mauritz Eilmann, der in Vechta und Meppen wirkte, und über die von ihm entwickelten Rechentafeln.

Das Inhaltsverzeichnis ist einsehbar.

Haselünne 2007, 471 S., ISBN 3-9808021-5-9, 18,00 Euro


 

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