Region und ihre Sprachen im Unterricht

Sprachen bereichern das Leben – wer mehr Sprachen spricht, hat mehr Zugänge zu Menschen und Kulturen. Die sogenannten kleinen Landessprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch stehen in Niedersachsen wie kaum ein Kulturgut für Authentizität, Identität und Diversität.

 

Spraken maoken dat Leben rieker – wecker mehr Spraken prootet, de heff betern Togang to annere Lüe un Kulturen. De „lütten“ Lannesspraken Nedderdüütsch un Saterfreesch staht in Neddersassen as Kulturgoot för dat Wohre, för dat Egene un för Ünnerscheedlichkeit.

Beraterinnen und Berater für Niederdeutsch und Saterfriesisch der Niedersächsischen Landesschulbehörde bieten Schulen aller Schulformen Unterstützung u.a. in folgenden Bereichen:

  • Bewerbungen als „Starter-“ und Projektschulen sowie als „Plattdeutsche/Saterfriesische Schule“
  • Regionalsprachlicher Immersionsunterricht (minderheiten- bzw. regionalsprachlicher Sachfachunterricht)  und Schärfung des Sprachprofils der Schule
  • Implementierung der curricularen Vorgaben im Fach Deutsch
  • eigene regionalsprachliche Projekte
  • Fortbildungen für Schul- oder Fachkollegien
  • Gewinnung von Lehrkräften, päd. Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern mit Regional- oder Minderheitensprachkenntnissen
  • Teilnahme an Wettbewerben (Lesewettbewerb, Schultheater, …)
  • Anschaffung und Erstellung von Unterrichtsmaterial

 

Seit 2017 ist Edith Sassen Ansprechpartnerin für Schulen des Emslandes und der Grafschaft Bentheim. Sie ist eine wichtige Kooperationspartnerin der Emsländischen Landschaft e.V. und unterstützt die Landschaft bei der Organisation des Schoolmesterdages und der Schooltheaterdage. Ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit ist außerdem die Vernetzung von Lehr- und pädagogischen Fachkräften der Region, beispielsweise im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften "Platt in der Schule" der Grafschaft Bentheim und des Emslandes. Edith Sassen und die Emsländische Landschaft arbeiten auch zusammen an der Umsetzung weiterer plattdeutscher Projekte wie z.B. bei der Aktion „Freedag is Plattdag“.

Ein großes Anliegen von Edith Sassen ist die Entwicklung und Bereitstellung plattdeutscher Unterrichtsmaterialien. Mit "Platt löppt" hat die Grundschullehrerin aus Scharrel ein Lehrwerk nach Methoden des modernen frühen Fremdsprachenunterrichts für die 3. und 4. Klasse entwickelt und im Isensee-Verlag veröffentlicht. Außerdem verschickt sie per Mail an jedem Mittwoch den "Middeweekenskracher", eine kostenlose Auswahl an plattdeutschen Spielen, Sketchen, Liedern und Dialogen.

Die Sprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch sind ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Sprachenvielfalt Europas und stehen seit 1999 unter dem besonderen Schutz der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Dies bedeutet, dass es ein offizielles Bemühen gibt, die niederdeutsche Sprache zu erhalten und zu fördern. Auch die Bundesrepublik Deutschland hat sich mit der Unterzeichnung der Charta dazu verpflichtet. In  Niedersachsen wurde die Förderung des Plattdeutschen im Niedersächsisches Schulgesetz aufgenommen: Die Schüler sollen „fähig werden, ... ihre Ausdrucksmöglichkeiten unter Einschluss … des Niederdeutschen oder des
Saterfrieschen … zu entfalten“. Um Plattdeutsch zu erhalten, muss Plattdeutsch in die Schulen zurückgeholt werden. Damit die Schulen mit dieser Aufgabe nicht alleine stehen, werden Berater unterstützend eingesetzt, die neben der Beratung auch Schulungen organisieren und im Gespräch mit den Schulen feststellen können, in welchen Bereichen Bedarf besteht, z. B. an Materialien für den plattdeutschen Unterricht wie Lernkarten, Lesebücher, Arbeitshefte usw., so dass zielgerichtet solche Werke entwickelt oder optimiert werden können.

Schulen, die erstmals Plattdeutsch anbieten wollen, können sich bei Edith Sassen als "Starterschulen" bewerben. Dies kann in Form von Arbeitsgemeinschaften sein. Plattdeutsch lässt sich aber auch im Kunst-, Sport-, Werk- oder Sachunterricht einsetzen. Im Musikunterricht lassen sich plattdeutsche Lieder singen, bei Schulveranstaltungen können plattdeutsche Sketche oder Theaterstücke aufgeführt werden. Ein Angebot plattdeutscher Bücher in der Schulbücherei rundet das Konzept ab. Starterschulen erhalten für die Vor- und Nachbereitung plattdeutscher Unterrichtsstunden bis zu drei Anrechnungsstunden, die zunächst für ein Jahr gewährt werden und dann neu beantragt werden können.

Edith Sassen ist zu kontaktieren unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Wer direkt eine Beratung wünscht, stellt am besten eine Beratungsanfrage über die Internetseite der NLSchB unter
                - Beratung & Unterstützung
                    - Angebote für Schulen und Studienseminare
                        - Unterrichtsentwicklung - Fächer
                            - Schulformübergreifende Beratung
                                - Region und ihre Sprachen im Unterricht.

 

 

 

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