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Schülerpreis geht an Hanna Bruns

Der diesjährige Schülerpreis der Emsländischen Landschaft wurde am 29. Mai in einer feierlichen Stunde an Hanna Bruns vom Gymnasium Marianum in Meppen verliehen. Ihre Arbeit behandelt die Entwicklung des Vitus-Werkes in Meppen und geht dabei der Fragestellung nach, ob diese als eine Erfolgsgeschichte gewertet werden kann.

 

Hanna Bruns gibt nicht nur sehr übersichtlich die Entstehungsgeschichte des Vitus-Werkes wieder, sondern beleuchtet dabei stets, mit welchen Schwierigkeiten das heute hochaktuelle Thema „Inklusion“ in der Vergangenheit behaftet war. Dabei schildert die Schülerin auch, welche Vorbehalte es noch Jahre nach Kriegsende gegenüber einer Einrichtung für behinderte Menschen gab. Diese Vorbehalte stammten nicht selten aus den betroffenen Familien selbst, denn aufgrund der schrecklichen Erfahrungen zur Zeit des Nationalsozialismus war das Misstrauen groß, die eigenen Kinder von einer außerfamiliären Einrichtung betreuen zu lassen. Ihre Recherchen unterstützt Hanna Bruns dabei durch ein Interview mit einer Zeitzeugin, die ebenfalls zur Verleihung des Schülerpreises gekommen war.

Auch in diesem Jahr zeichnete sich der Schülerpreis wieder durch eine große Breite verschiedenster Beiträge aus. Ein beliebtes Thema unter Schülern ist nach wie vor die Zeit des Nationalsozialismus und die unmittelbare Nachkriegszeit. Theresa Lüken (Windthorst-Gymnasium Meppen) etwa beschäftigte sich der Beeinflussung des Schulbetriebes im Emsland durch historische Zäsuren, während Sanja Wehlage (Gymnasium Leoninum Handrup) die Geschichte der Judenverfolgung in Freren aufgriff. Milena Hatting (Kreisgymnasium Haselünne) untersuchte in ihrer Facharbeit die wohnräumliche Integration der Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und behandelte so ein für die Entwicklung des Emslandes sehr bedeutendes Thema. Ein gegenwärtiges hochaktuelles Thema war Gegenstand der Arbeit von Pia Biedermann (Windthorstgymnasium), welche die Integration muslimischer Schüler an deutschen Schulen zur Fragestellung hatte. Ganz anders ausgerichtet war dagegen der Beitrag von Anastasia Baier (Windthorstgymnasium), sie beschreibt die innere Gestaltung der Gymnasialkirche in Meppen und verweist auf die religiöse Bedeutung dieser Architektur.

Der Schülerpreis für Kultur und Geschichte wurde in diesem Jahr zum vierten Mal verliehen und richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler der Sek II in den Landkreisen Grafschaft Bentheim und Emsland. Er wird jährlich ausgeschrieben und ist mit 500 Euro dotiert – alle Teilnehmer erhalten eine Urkunde sowie ein Geschenk.

Den Bericht der Ems-Vechte-Welle hören Sie hier.

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