Emsländische Landschaft e.V
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Landschaftsmedaille
Ehrung für kulturelles Engagement



Seit ihrem 25-jährigen Bestehen im Jahre 2004 vergibt die Emsländische Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim die Landschaftsmedaille an Persönlichkeiten, die sich um die Kultur- und Heimatpflege sowie die regionale Forschung der Region Emsland/Grafschaft Bentheim in herausragender Weise verdient gemacht haben.

Das Vorschlagsrecht steht den Mitgliedern des Vorstandes und des Beirates der Landschaft zu. Über die Vergabe entscheidet nach Rücksprache mit dem Beirat der Vorstand mit einfacher Stimmenmehrheit.


Die bisherigen Preisträger:

Dr. Josef Stecker (2004), geb. am 7. Dezember 1916 in Wehm, gestorben am 24. Januar 2008, hatte seit Anfang der 1950er Jahre aus seinem Wirken als Oberkreisdirektor in Meppen, als Mitglied des Deutschen Bundestages und als Präsident des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes zahlreiche Aufgaben für den Aufbau der kulturellen und kulturpädagogischen Infrastruktur in der Region übernommen. In besonderer Weise ist die erfolgreiche Entwicklung der Heimatpflege nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Wirken Josef Steckers eng verknüpft. Im Jahre 1952 wurde er zum Gründungsvorsitzenden des Emsländischen Heimatvereins gewählt. Mehr als 42 Jahre, bis zum 10. August 1995, stand er an der Spitze des später in Emsländischer Heimatbund umbenannten Dachverbandes der emsländischen Heimatpflege. Im Jahre 1979 wurde er zum Gründungspräsidenten der Emsländischen Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim gewählt. Über mehr als 15 Jahre leitete Dr. Stecker als Präsident die Geschicke der Landschaft bis zum 12. Dezember 1995. An diesem Tag wurde er auf der Mitgliederversammlung einstimmig zum Ehrenpräsidenten gewählt.


Jan Ringena (2004), geb. am 27. April 1920 in Wirdum, beschäftigt sich bereits seit seiner Jugendzeit mit Familienforschung. Auch während seines Wirkens als Pastor in Hoogstede, Grafschaft Bentheim, war er der Genealogie verbunden. Als Leiter der Kirchenbuchstelle trug er dafür Sorge, dass die Kirchenbücher fotografisch erfasst und so der Familienforschung nutzbar gemacht wurden.
Im Jahre 1980 gründete die Emsländische Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim mit Unterstützung von Jan Ringena den Arbeitskreis Familienforschung. Er wurde der erste Vorsitzende des Arbeitskreises und ist mittlerweile dessen Ehrenvorsitzender. Unter seiner Führung entwickelte sich dieser Arbeitskreis in einer Region, die nur wenig genealogische Tradition aufweist, zu einer leistungsfähigen Gruppierung, der rund 170 Genealogen angehören. Dabei hat er auch Brücken geschlagen zu den niederländischen Nachbarn; zahlreiche Niederländer gehören dem Arbeitskreis an.
Jan Ringena war seit der Gründung des Arbeitskreises zusätzlich Schriftleiter der Zeitschrift "Emsländische und Bentheimer Familienforschung" einschließlich des zunächst separat veröffentlichten Beiheftes "Emsländische und Bentheimer Ahnenlisten".


Friedrich Berentzen (2006) war mehr als ein halbes Jahrhundert als Förderer und in zahlreichen leitenden und beratenden Funktionen ehrenamtlich für die Erhaltung des kulturellen Erbes tätig. Dabei widmete er sich insbesondere der ländlichen und städtischen Baudenkmale in unserem Raum, dem Erhalt von Zeugnissen der Kulturgeschichte und dem Museumswesen. Sein ehrenamtliches Wirken war zuallererst auf seine Heimatstadt Haselünne ausgerichtet. Von 1956 bis zu seinem Tod im Jahr 2009 war er Vorsitzender des dortigen Heimat- und Verkehrsvereins. Beispielsweise die Errichtung des Freilicht- und Heimatmuseums Haselünne ist maßgeblich auf sein Engagement zurückzuführen. In der Emsländischen Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim wirkte Friedrich Berentzen von 1979 bis 1996 im Fachbereich Denkmalpflege mit; von 1979 bis 1983, also in der Aufbauphase, leitete er dieses wichtige Beratungsgremium.


Dr. Heinrich Voort (2006) ist seit Jahrzehnten forschend und in zahlreichen leitenden und beratenden Funktionen ehrenamtlich für die Regionalgeschichte und die regionale kulturelle Entwicklung tätig. Im Jahre 1972 wurde er in den Vorstand des Heimatvereins der Grafschaft Bentheim gewählt; von 1980 bis zum Jahre 2003 übte er das Amt des Ersten Vorsitzenden aus. Das besondere Interesse von Dr. Voort gilt der Geschichte der Grafschaft Bentheim. Sein umfang- und facettenreiches Werk ist von grundlegender Bedeutung für die regionale historische Forschung.
Bei der Emsländischen Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim zählt Dr. Voort zu den Persönlichkeiten der ersten Stunde. Im Auftrag des Heimatvereins der Grafschaft Bentheim war er bereits an der Gründung der Landschaft am 5. Mai 1979 beteiligt. Im Juli 1979 wurde er zum Beiratsvorsitzenden gewählt; im März 1982 folgte die Wahl zum Vizepräsidenten der Emsländischen Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim. Diese Ämter übte Dr. Voort bis zum Jahr 2012 ohne Unterbrechung aus. Seither ist er Ehrenmitglied der Emsländischen Landschaft.
Josef Hanekamp (2009): Sein Wirken war in besonderer Weise mit dem kulturellen Leben in der Hümmlinggemeinde Werlte verknüpft. Große Verdienste erwarb er sich um den Wiederaufbau von "Kreutzmanns Mühle". Er initiierte die Gründung eines Mühlenvereins und trug in seiner damaligen Eigenschaft als stellvertretender Landrat des Landkreises Emsland sowie als Bürgermeister der Gemeinde Werlte wesentlich zur finanziellen Absicherung des Vorhabens bei. Des Weiteren galt seine besondere Sorge dem Gedächtnis an Leben und Werk von Albert Trautmann, dem Verfasser der "Hümmlinger Skizzen". Josef Hanekamp regte die Schaffung des Trautmann-Denkmals an und gründete den Albert-Trautmann-Verein, der sich in vorbildlicher Weise des Nachlasses von Trautmann annahm. Ihm ist es zu verdanken, dass die 100-jährige Wiederkehr der Veröffentlichung der "Hümmlinger Skizzen" im Jahre 2010 für eine wissenschaftlich fundierte Neuedition und eine Reihe von Veranstaltungen zur Erinnerung an den Hümmlingdichter zum Anlass genommen wurde. Bei der Emsländischen Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim war Josef Hanekamp von 1990 bis 2009 Schatzmeister und Mitglied des Vorstandes. Gleichzeitig nahm er das Amt des Schatzmeisters des Emsländischen Heimatbundes wahr. Josef Hanekamp verstarb nach schwerer Krankheit am 14. August 2010.

Albert Rötterink (2009): Sein Engagement gilt insbesondere der Erhaltung des kulturellen Erbes in der Grafschaft Bentheim. Er ist Gründungsmitglied des 1978 entstandenen "Groafschupper Plattproater Kring"; seit 1984 übt er das Amt des Vorsitzenden aus. Albert Rötterink wurde 1983 in den Vorstand des Heimatvereins der Grafschaft Bentheim gewählt; 1995 wurde er Gründungsvorsitzender der Heimatfreunde Emlichheim. Beide Ämter nimmt er seither ununterbrochen wahr. Albert Rötterink hat sich bei der Herausgabe von Büchern und Schriften engagiert, die vorwiegend der Niedergrafschaft und hier verstärkt der Gemeinde Emlichheim gelten. Insbesondere im Bentheimer Jahrbuch hat er eine ganze Reihe an Beiträgen über die Geschichte und das kulturelle Leben der Grafschaft veröffentlicht, viele davon in plattdeutscher Sprache. Bei der Emsländischen Landschaft e.V. für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim wirkt Albert Rötterink seit mehr als zwei Jahrzehnten in verschiedenen Gremien mit. Von 1987 bis 2002 gehörte er den Fachausschüssen "Denkmalpflege" sowie "Heimatliteratur" an; seitdem arbeitet er mit in der Fachgruppe "Ländlicher Raum".


Dr. Heinrich Book (2010): stellte sich viele Jahre in den Dienst der niederdeutschen Sprache und damit eines besonderen Anliegens der landschaftlichen Kulturarbeit an Ems und Vechte. Im Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes und in der „Loorper Beldertuunscheere“ veröffentlichte er zahlreiche Erzählungen und Beiträge. Seine Bücher „Wegwarte“, eine Komposition lyrischer Texte aus mehreren Jahrzehnten, und „Leeiwerksbrood“, eine Sammlung von „Hümmelsken Vertellßels“, fanden ebenfalls weit über das Emsland hinaus viel Beachtung und Anerkennung. Dies gilt auch für die 2004 erschienene Übersetzung von Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ in die Loruper Mundart. Weitere bemerkenswerte Veröffentlichungen galten den Hümmlinger Redewendungen, den Wortwurzeln und den Verkleinerungsformen des heimischen Plattdeutschen. Auch liegt eine „Anthologie im Alter“ unter dem Titel „Verborgener Brunnen“ vor. Von besonderer Bedeutung ist das „Hümmlinger Wörterbuch auf der Grundlage der Loruper Mundart“, das Dr. Heinrich Book in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Hans Taubken mit Unterstützung des Emsländischen Heimatbundes erstellte. Es leistet einen grundlegenden Beitrag, dass die niederdeutsche Sprache nicht in Vergessenheit gerät.